Der Hexentanzplatz

Veröffentlicht am 4. September 2026 um 13:04

Auf einer hoch gelegenen Felsfläche über dem Bodetal liegt ein Ort, der wohl zu den bekanntesten mystischen Plätzen des Harzes gehört.

Der Hexentanzplatz.

Seit Jahrhunderten erzählen sich die Menschen Geschichten von Hexen, Geistern und geheimnisvollen nächtlichen Versammlungen.

In der Walpurgisnacht sollen sich die Hexen aus allen Teilen des Harzes auf den Berg begeben haben.

Sie kamen auf Besen, schwarzen Pferden oder wurden vom Wind getragen.

Dort oben tanzten sie bis tief in die Nacht.

Feuer brannten.

Der Himmel soll sich rot gefärbt haben.

Und wer zufällig in der Nähe war, sollte sich besser verstecken.

Denn die Hexen mochten keine neugierigen Zuschauer.

Manche Geschichten erzählen sogar von Menschen, die am nächsten Morgen plötzlich an einem völlig anderen Ort aufwachten.

Ob sie wirklich den Hexen begegnet waren?

Oder ob Nebel, Dunkelheit und Angst ihnen einen Streich gespielt hatten?

Das bleibt das Geheimnis des Hexentanzplatzes.



Der Hexentanzplatz bei Thale – Zwischen alter Kultstätte, Hexensagen und Walpurgisnacht

Hoch über dem Bodetal bei Thale im Harz liegt einer der bekanntesten und geheimnisvollsten Orte der gesamten Harzer Sagenwelt: der Hexentanzplatz.

Auf einem etwa 454 Meter hohen Plateau erhebt sich dieser besondere Ort über dem tief eingeschnittenen Bodetal. Von hier aus eröffnet sich ein beeindruckender Blick über die bewaldeten Hänge und die Felsen des Bodetals bis hinüber zur gegenüberliegenden Rosstrappe.

Doch der Hexentanzplatz ist weit mehr als ein beliebter Aussichtspunkt und Ausflugsort.

Seit Jahrhunderten ranken sich um das Plateau Geschichten von Hexen, Teufeln, Göttern, geheimnisvollen nächtlichen Feuern und alten Bräuchen. Der Name selbst scheint bereits eine Geschichte zu erzählen: Hier, so heißt es, sollen sich einst Hexen getroffen, getanzt und ihre nächtlichen Feste gefeiert haben.

Doch hinter dieser sagenhaften Vorstellung verbirgt sich auch eine sehr alte menschliche Geschichte.

Denn auf dem Plateau finden sich archäologische Spuren einer vorgeschichtlichen Befestigungsanlage. Teile des sogenannten Sachsenwalls sind noch heute erkennbar. Die Anlage wird in die frühe Eisenzeit datiert und ist damit ungefähr 2.500 bis 2.700 Jahre alt.

Damit treffen hier zwei Welten unmittelbar aufeinander:

Archäologisch nachweisbare Vergangenheit und sagenhafte Überlieferung.


Ein Plateau mit einer außergewöhnlichen Lage

Der Hexentanzplatz befindet sich hoch über dem Bodetal und gehört landschaftlich zu den eindrucksvollsten Punkten rund um Thale.

Die Lage ist außergewöhnlich. Unterhalb des Plateaus zieht sich das enge Bodetal durch den Harz. Gegenüber erhebt sich die Rosstrappe.

Zwischen beiden Felsplateaus liegt die tiefe Schlucht der Bode.

Schon aus heutiger Sicht wirkt dieser Ort ungewöhnlich. Für Menschen früherer Zeiten muss die Landschaft noch viel geheimnisvoller gewirkt haben.

Dichte Wälder bedeckten die Hänge, Nebel konnte durch das Tal ziehen und die Geräusche der Tiere und des Wassers wurden von den Felswänden zurückgeworfen.

In einer Zeit ohne moderne Beleuchtung, ohne genaue Landkarten und ohne wissenschaftliche Erklärungen für viele Naturerscheinungen konnten solche Orte leicht einen besonderen, vielleicht sogar heiligen Charakter bekommen.


Der Sachsenwall – Spuren einer längst vergangenen Zeit

Wer heute über den Hexentanzplatz geht, kann leicht übersehen, dass sich unter den modernen Wegen und Ausflugsangeboten die Überreste einer sehr alten Befestigungsanlage befinden.

Der sogenannte Sachsenwall wurde vermutlich um etwa 750 v. Chr. errichtet.

Er bestand unter anderem aus großen Granitblöcken und diente wahrscheinlich als Befestigung beziehungsweise Schutz- oder Fluchtanlage. Archäologische Funde, darunter Keramik und die baulichen Überreste des Walls, zeigen, dass der Ort bereits lange vor der heutigen Stadt Thale von Menschen genutzt wurde.

Der Name „Sachsenwall“ darf dabei allerdings nicht zu der Annahme führen, dass der Wall aus der Zeit der später bekannten Sachsen stammt.

Die heutige Bezeichnung ist eine spätere Benennung. Die eigentliche Anlage reicht wesentlich weiter in die Vergangenheit zurück.

Und genau hier beginnt die Geschichte interessant zu werden.


War der Hexentanzplatz tatsächlich eine Kultstätte?

Rund um den Hexentanzplatz wird häufig davon gesprochen, dass sich hier bereits in vorchristlicher Zeit eine germanische oder heidnische Kultstätte befand.

Die archäologischen Hinweise belegen tatsächlich eine sehr frühe Nutzung des Gebietes. Der Regionalverband Harz beschreibt den Hexentanzplatz als bedeutenden vorchristlichen Kultplatz und verweist auf Funde und Befunde, die sogar bis in die Jungsteinzeit zurückreichen.

Allerdings muss man zwischen nachgewiesenen Funden und späteren Deutungen unterscheiden.

Dass Menschen hier bereits vor mehreren Jahrtausenden lebten oder den Ort nutzten, ist durch archäologische Funde belegt.

Ob dort jedoch tatsächlich bestimmte Götter verehrt wurden, welche Rituale stattfanden oder ob Menschen hier regelmäßig religiöse Feste feierten, lässt sich heute nicht mehr vollständig rekonstruieren.

Gerade diese Wissenslücken haben im Laufe der Jahrhunderte Raum für Geschichten und Vorstellungen geschaffen.


Wie aus einem alten Kultort ein „Hexentanzplatz“ wurde

Der Name „Hexentanzplatz“ gehört nicht zur vorgeschichtlichen Zeit des Ortes.

Er ist vielmehr Teil einer viel jüngeren Überlieferung.

Im christlich geprägten Mittelalter wurden viele ältere Bräuche und Orte, deren ursprüngliche Bedeutung nicht mehr verstanden wurde, zunehmend mit Hexen, Dämonen und dem Teufel verbunden.

Was früher möglicherweise ein Fest, ein Brauch oder eine religiöse Handlung gewesen war, konnte aus späterer Sicht als „Hexenwerk“ erscheinen.

So entstand die Vorstellung, dass sich auf dem abgelegenen Bergplateau in der Nacht geheimnisvolle Gestalten versammelten.

Aus einem alten, möglicherweise kultisch genutzten Ort wurde in der volkstümlichen Vorstellung ein Treffpunkt der Hexen.

Die Geschichten wurden über Generationen weitererzählt und entwickelten sich immer weiter.


Die Sage von den Hexen und den Wachen Karls des Großen

Eine bekannte Sage erzählt von der Zeit Karls des Großen.

Der christliche Herrscher soll versucht haben, die alten heidnischen Bräuche und die Verehrung der alten Götter zu unterbinden.

Auf dem Plateau sollen sich jedoch weiterhin Menschen getroffen haben, um ihre alten Bräuche zu pflegen.

Nach der Sage erschienen dort in der Nacht Hexen, Teufel und geheimnisvolle Gestalten. Feuer und Lichter sollen auf dem Berg zu sehen gewesen sein.

Die königlichen Wachen, die das Treiben beobachten sollten, sollen schließlich so erschrocken sein, dass sie die Flucht ergriffen.

Diese Erzählung gehört eindeutig in die Sagenwelt und ist nicht als historischer Augenzeugenbericht zu verstehen.

Aber sie erklärt auf eindrucksvolle Weise, warum der Ort mit Hexen, alten Göttern und geheimnisvollen nächtlichen Festen verbunden wurde.


Die Walpurgisnacht – Die Nacht der Hexen

Am bekanntesten ist der Hexentanzplatz heute wahrscheinlich wegen der Walpurgisnacht.

Sie wird traditionell in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai gefeiert.

In der Harzer Sagenwelt gilt diese Nacht als eine Zeit, in der Hexen und Teufel aus allen Richtungen zusammenkommen.

Nach der Überlieferung fliegen die Hexen zunächst zum Brocken.

Dort soll der große Hexensabbat stattfinden.

Mit Besen, Mistgabeln, Böcken oder anderen ungewöhnlichen Fluggeräten sollen sie durch die Nacht fliegen. Der Teufel erwartet die Hexen und begrüßt seine Gesellschaft.

Anschließend geht es der Sage nach weiter zum Hexentanzplatz über dem Bodetal.

Dort beginnt das große Fest.

Musik erklingt, Feuer brennen und Hexen tanzen durch die Nacht.

Die ganze Landschaft wird in der Überlieferung zu einem Ort zwischen Menschenwelt und Geisterwelt.


Hexensalbe und der Flug durch die Nacht

Eine besonders fantasievolle Vorstellung der Walpurgisnacht ist die sogenannte Hexensalbe.

Der Sage nach bestreichen die Hexen sich selbst und ihre Fluggeräte mit dieser geheimnisvollen Salbe.

Danach beginnt der Flug.

Besen, Mistgabeln und andere ungewöhnliche Gegenstände werden zu magischen Fluggeräten.

Natürlich gehört auch dies zur volkstümlichen Überlieferung.

Doch solche Geschichten zeigen sehr schön, wie sich aus alten Vorstellungen, Ängsten und Erzählungen eine immer größere Sagenwelt entwickelte.


Der Teufel und die Hochzeit mit der schönsten Hexe

In der überlieferten Walpurgisnachtsage spielt auch der Teufel eine wichtige Rolle.

Nach der Erzählung begrüßt er die ankommenden Hexen und feiert gemeinsam mit ihnen ein ausgelassenes Fest.

Schließlich soll er sogar mit der schönsten Hexe Hochzeit halten.

Danach beginnt ein wildes und übernatürliches Fest.

Tiere sollen Musik machen, Hexen tanzen und die ganze Nacht soll von Lärm und ausgelassenem Treiben erfüllt sein.

Erst mit dem Morgengrauen endet der Spuk.

Die Hexen verschwinden wieder und die Landschaft wird ruhig.

So erklärt die Sage auf märchenhafte Weise die besondere Bedeutung der Nacht zum 1. Mai.


Die Verbindung zum Brocken

Der Hexentanzplatz steht nicht allein.

Er ist Teil einer ganzen Landschaft voller miteinander verbundener Sagenorte.

Der wohl bekannteste ist der Brocken, der höchste Berg des Harzes.

In der Walpurgisnacht gehören Brocken und Hexentanzplatz zusammen.

Der Brocken wird in der Sage als Treffpunkt der Hexen beschrieben, während der Hexentanzplatz über dem Bodetal ebenfalls als wichtiger Schauplatz des nächtlichen Treibens gilt.

Dazwischen liegt eine Landschaft, die seit Jahrhunderten von Geschichten über Hexen, Teufel, Riesen, Zwerge und andere geheimnisvolle Gestalten geprägt wurde.


Goethe und der Hexentanzplatz

Die Vorstellung vom Hexentanz im Harz wurde nicht nur durch mündliche Überlieferungen bekannt.

Auch die Literatur trug entscheidend dazu bei.

Besonders bedeutend wurde Johann Wolfgang von Goethe.

In seinem berühmten Werk „Faust“ erscheint die Walpurgisnacht als eine Nacht voller Hexen, Geister und übernatürlicher Gestalten.

Goethes Darstellung trug wesentlich dazu bei, dass die Vorstellung von der Walpurgisnacht und dem Hexentreiben im Harz weit über die Region hinaus bekannt wurde. Die Walpurgishalle auf dem Hexentanzplatz greift diese literarische Tradition bis heute auf.


Die Walpurgishalle

Ein weiteres besonderes Bauwerk auf dem Hexentanzplatz ist die Walpurgishalle.

Sie wurde 1901 nach Entwürfen des Berliner Architekten Bernhard Sehring errichtet.

Das Gebäude wurde im Stil einer altgermanisch anmutenden Halle gestaltet.

Im Inneren befinden sich fünf Gemälde des Malers Hermann Hendrich, die Szenen aus Goethes Walpurgisnacht darstellen.

Damit wird die Verbindung zwischen Harzer Sagenwelt, germanischer Mythologie und deutscher Literatur besonders deutlich.

Die Walpurgishalle ist deshalb selbst ein Stück der modernen Geschichte des Hexentanzplatzes.


Ein Opferstein und die geheimnisvollen Zeichen

Auf dem Hexentanzplatz kann außerdem ein sogenannter Opferstein mit germanischen Schriftzeichen besichtigt werden.

Auch hier sollte man vorsichtig mit der Vorstellung sein, genau zu wissen, welche Bedeutung solche Steine ursprünglich hatten.

Bei vorgeschichtlichen Steinen und Felsformationen ist eine eindeutige Interpretation häufig schwierig.

Trotzdem tragen solche Überreste dazu bei, dass der Hexentanzplatz bis heute eine besondere Atmosphäre besitzt.

Man steht nicht nur auf einem touristischen Aussichtspunkt.

Man befindet sich an einem Ort, an dem Menschen bereits vor mehr als zweitausend Jahren Spuren hinterlassen haben.


Das Harzer Bergtheater – Geschichten unter freiem Himmel

Der Hexentanzplatz ist auch mit der Theatergeschichte des Harzes verbunden.

Hier entstand 1903 die sogenannte „Grüne Bühne“, aus der später das Harzer Bergtheater hervorging.

Der Arzt und Theaterenthusiast Ernst Wachler gründete die Freilichtbühne am 8. Juli 1903.

Seine Idee war es, Theater nach dem Vorbild antiker Freilichtbühnen mitten in der Natur des Harzes aufzuführen.

Damit wurde der Hexentanzplatz erneut zu einem Ort des Geschichtenerzählens – diesmal nicht durch Sagen und Mythen, sondern durch Schauspiel.

Heute gehört das Bergtheater zu den bekanntesten kulturellen Einrichtungen der Region.


Der Hexentanzplatz heute

Wer den Hexentanzplatz heute besucht, findet dort längst nicht mehr nur Wald und Felsen.

Der Ort hat sich zu einem vielseitigen Ausflugsziel entwickelt.

Neben der Aussicht gehören unter anderem das Harzer Bergtheater, die Walpurgishalle, der Tierpark, die Seilbahn, der Harzbob und das neu gestaltete Hexendorf zum heutigen Angebot.

Das moderne Hexendorf wurde 2024 offiziell eröffnet und ergänzt den Hexentanzplatz um weitere Erlebnisangebote, Spielbereiche, Rätselstationen und Skulpturen.

Trotz all dieser modernen Angebote bleibt der eigentliche Charakter des Ortes eng mit seiner alten Sagenwelt verbunden.


Die Walpurgisnacht lebt weiter

Besonders am 30. April verändert sich der Hexentanzplatz.

Dann kommen jedes Jahr Menschen zusammen, um die Walpurgisnacht zu feiern.

Hexen und Teufel gehören ebenso zum Erscheinungsbild wie Musik, Tanz, Veranstaltungen und mittelalterlich inspirierte Darstellungen.

Die heutige Walpurgisnacht ist natürlich ein modernes Fest und kein tatsächliches Zeugnis eines historischen Hexenkultes.

Trotzdem lebt darin ein Stück der alten Überlieferung weiter.

Die Menschen verkleiden sich, erzählen Geschichten, tanzen und feiern gemeinsam.

So wird eine jahrhundertealte Sage zu einer modernen Tradition.


Der Hexentanzplatz als Teil des Sagenharzes

Der Hexentanzplatz gehört zu einem ganzen Netz von Sagenorten rund um Thale.

Auf der gegenüberliegenden Seite liegt die Rosstrappe mit der Sage von Brunhilde und Bodo.

Tief unten liegt der Bodekessel, der ebenfalls mit der Geschichte von Bodo und der verlorenen Krone verbunden ist.

Und weiter entfernt erhebt sich der Brocken, der in der Walpurgisnacht eine zentrale Rolle spielt.

So entsteht eine außergewöhnliche Verbindung:

Hexentanzplatz – Rosstrappe – Bodekessel – Bodetal – Brocken.

Jeder dieser Orte besitzt seine eigene Geschichte.

Gemeinsam bilden sie jedoch eine der bekanntesten Sagenlandschaften Deutschlands.


Wo Geschichte und Sage miteinander verschmelzen

Vielleicht liegt gerade darin die besondere Faszination des Hexentanzplatzes.

Man kann ihn auf zwei verschiedene Arten betrachten.

Man kann den Ort als touristisches Ausflugsziel sehen – mit Aussicht, Theater, Tierpark und zahlreichen Freizeitangeboten.

Oder man kann versuchen, sich vorzustellen, wie dieser Berg vor Jahrhunderten ausgesehen haben könnte.

Keine elektrischen Lichter.

Keine Straßen.

Keine modernen Häuser.

Nur Wald, Felsen, Wind und die Geräusche der Tiere.

Und irgendwo auf dem Plateau Menschen, die ein Feuer entzünden.

Vielleicht wurde dort tatsächlich ein Fest gefeiert.

Vielleicht fanden dort religiöse Handlungen statt.

Vielleicht war es einfach eine befestigte Siedlung oder ein Zufluchtsort.

Was genau geschah, können wir heute nicht mehr vollständig wissen.

Und genau dort beginnt die Welt der Sage.


Ein Ort, der seine Geheimnisse bewahrt

Der Hexentanzplatz ist deshalb ein außergewöhnlicher Ort, weil sich seine Geschichte nicht auf eine einzige Erklärung reduzieren lässt.

Er ist archäologischer Fundort, historischer Schauplatz, Naturerlebnis, Literaturort und Sagenstätte zugleich.

Der Sachsenwall erinnert an eine Zeit, die mehr als zwei Jahrtausende zurückliegt.

Die Sagen erzählen von Hexen und Teufeln.

Die Walpurgisnacht hält diese Geschichten bis heute lebendig.

Goethes „Faust“ machte die Walpurgisnacht einem großen Publikum bekannt.

Und das Bodetal mit seinen steilen Felsen sorgt noch heute für die geheimnisvolle Kulisse.

Vielleicht ist es genau diese Mischung, die den Hexentanzplatz so besonders macht.

Denn wenn am Abend der Nebel aus dem Bodetal steigt, der Wind durch die Bäume zieht und die letzten Sonnenstrahlen über die Felsen wandern, braucht es nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, wie an diesem Ort einst Geschichten entstanden sein könnten.

Vielleicht hört man dann zwischen den Bäumen noch das leise Echo einer alten Überlieferung.

Von Hexen.

Von Göttern.

Von Feuer und Tanz.

Von einer Zeit, die längst vergangen ist.

Und vielleicht erinnert uns der Hexentanzplatz genau daran:

Nicht jede Geschichte muss wahr gewesen sein, um über Jahrhunderte hinweg Bedeutung zu behalten.

Denn manchmal wird ein Ort durch die Geschichten, die Menschen über ihn erzählen, genauso unsterblich wie durch seine Steine.