Krieg, Widerstand und Untergang (1939–1945)
Am 1. September 1939 überfiel das nationalsozialistische Deutschland Polen. Damit begann der Zweite Weltkrieg in Europa. Was die nationalsozialistische Führung als Eroberungs- und Vernichtungskrieg begonnen hatte, entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zu einem weltweiten Krieg. Millionen Soldaten kämpften an verschiedenen Fronten, während die Zivilbevölkerung immer stärker in das Kriegsgeschehen hineingezogen wurde.
Städte wurden bombardiert, Familien auseinandergerissen, Kinder verloren ihre Eltern und Millionen Menschen mussten ihre Heimat verlassen. Gleichzeitig gab es Menschen, die sich dem NS-Regime widersetzten – darunter Georg Elser, Sophie Scholl, Dietrich Bonhoeffer und die Männer und Frauen des 20. Juli 1944.
Der Krieg endete im Mai 1945 mit der militärischen Niederlage Deutschlands und dem Zusammenbruch des nationalsozialistischen Staates. Weltweit hatte der Zweite Weltkrieg etwa 60 bis 70 Millionen Menschen das Leben gekostet, die Mehrheit davon waren Zivilisten.
Der Beginn des Krieges
Der Überfall auf Polen war kein plötzliches Ereignis ohne Vorgeschichte. Adolf Hitler und die nationalsozialistische Führung hatten bereits seit Jahren eine aggressive Außenpolitik betrieben. Ziel war unter anderem die Eroberung von Gebieten im Osten Europas, die nach nationalsozialistischer Vorstellung als sogenannter „Lebensraum“ dienen sollten.
Am 1. September 1939 überschritten deutsche Truppen die polnische Grenze. Großbritannien und Frankreich erklärten Deutschland am 3. September den Krieg.
Zunächst konnte die Wehrmacht schnelle militärische Erfolge erzielen. Polen wurde innerhalb weniger Wochen besiegt und zwischen Deutschland und der Sowjetunion aufgeteilt. 1940 folgten deutsche Angriffe auf Dänemark, Norwegen, Belgien, die Niederlande und Frankreich.
Die schnelle deutsche Kriegsführung wurde später häufig mit dem Begriff „Blitzkrieg“ verbunden. Panzer, motorisierte Einheiten und Luftwaffe wurden eng miteinander eingesetzt. Für die Menschen in den besetzten Ländern bedeutete der deutsche Vormarsch jedoch nicht nur militärische Besetzung, sondern auch Unterdrückung, Ausbeutung und Terror.
Der Krieg weitet sich aus
1941 wurde der Krieg noch größer.
Am 22. Juni 1941 begann Deutschland den Angriff auf die Sowjetunion. Dieser Krieg war von Anfang an besonders brutal. Die deutsche Führung betrachtete den Osten nicht nur als militärisches Gebiet, sondern als Raum für Eroberung, rassistische Herrschaft und Ausbeutung.
Mit dem Vormarsch deutscher Truppen kamen auch SS- und Polizeieinheiten in die besetzten Gebiete. Hinter der Front wurden jüdische Männer, Frauen und Kinder sowie andere Menschen systematisch verfolgt und ermordet.
Im Dezember 1941 trat mit dem Krieg zwischen Japan und den USA auch der pazifische Raum endgültig in den Weltkrieg ein. Der Konflikt war damit zu einem Krieg geworden, der Europa, Afrika und große Teile Asiens erfasste.
Die Front und das Leben der Soldaten
Für die Soldaten bedeutete der Krieg tägliche Gefahr.
An der Ostfront kämpften Millionen Männer unter extremen Bedingungen. Kälte, Hunger, Krankheiten und Erschöpfung kamen zu den Gefahren durch Artillerie, Maschinengewehre, Panzer und Flugzeuge hinzu.
Viele Soldaten wurden verwundet oder getötet. Andere gerieten in Gefangenschaft. Besonders an der Ostfront war die Behandlung von Gefangenen und Zivilisten von großer Brutalität geprägt.
Für Familien in Deutschland bedeutete jeder Brief von der Front eine Verbindung zu einem Vater, Sohn, Bruder oder Ehemann. Gleichzeitig konnte jeder Brief der letzte sein.
Mit zunehmender Dauer des Krieges wurde deutlich, dass die deutschen Anfangserfolge nicht von Dauer sein würden.
Stalingrad – der Wendepunkt
Einer der wichtigsten Wendepunkte des Krieges war die Schlacht um Stalingrad.
Im Sommer 1942 rückte die deutsche 6. Armee unter General Friedrich Paulus bis zur Wolga vor. Die Stadt Stalingrad wurde zum Schauplatz erbitterter Häuserkämpfe. Straßen, Fabriken und einzelne Gebäude wurden umkämpft.
Im November 1942 startete die Rote Armee eine große Gegenoffensive. Deutsche und verbündete Truppen wurden eingeschlossen. Insgesamt befanden sich etwa 250.000 deutsche und verbündete Soldaten im Kessel.
Die Lage wurde immer katastrophaler. Nahrung und Munition wurden knapp, Verwundete konnten kaum versorgt werden und der Winter verschärfte die Situation.
Ende Januar und Anfang Februar 1943 kapitulierten die letzten deutschen Verbände.
Rund 91.000 Soldaten gerieten in sowjetische Gefangenschaft. Nur etwa 6.000 von ihnen kehrten bis 1956 nach Deutschland zurück. Etwa 150.000 deutsche Soldaten starben bereits während der Kämpfe, durch Kälte oder Hunger.
Stalingrad war nicht allein wegen der militärischen Niederlage bedeutend. Die Nachricht erschütterte auch die deutsche Bevölkerung. Viele Menschen erkannten nun, dass der Krieg keineswegs mit einem deutschen Sieg enden würde.
Der Krieg kommt nach Deutschland
Je länger der Krieg dauerte, desto stärker wurde auch Deutschland selbst zum Schlachtfeld.
Ab 1942 verstärkten britische und später amerikanische Bomber ihre Angriffe auf deutsche Städte. Die Luftangriffe sollten unter anderem die deutsche Rüstungsproduktion schwächen und die Bevölkerung unter Druck setzen.
Städte wie Hamburg, Köln, Berlin und später Dresden wurden schwer getroffen.
Besonders bekannt wurde die Operation Gomorrha gegen Hamburg im Sommer 1943. Mehrere Tage lang griffen britische und amerikanische Bomber die Stadt an. Die Angriffe zerstörten große Teile Hamburgs und forderten zehntausende Menschenleben.
Im Februar 1945 wurde Dresden bombardiert. Große Teile der Innenstadt gingen in Flammen auf. Zwischen etwa 19.000 und 25.000 Menschen starben nach heutigen historischen Schätzungen.
Für die Menschen bedeutete der Bombenkrieg vor allem Angst.
Wenn die Sirenen heulten, mussten Familien in Keller oder Bunker fliehen. Kinder wurden aus dem Schlaf gerissen. Häuser konnten innerhalb weniger Minuten zerstört werden.
Manche Familien verloren ihre Wohnung, ihre gesamte Habe oder Angehörige.
Kinder im Krieg
Für Kinder war der Krieg eine Welt, die sie nicht verstanden haben mussten, aber trotzdem erleben mussten.
Viele Kinder hörten täglich von Bomben, Verwundeten und gefallenen Soldaten. Manche mussten erleben, wie ihre Väter nicht mehr nach Hause kamen.
In den Städten gehörten Luftalarme zum Alltag. Kinder lernten, bei Sirenensignalen Schutz zu suchen. Manche wurden zeitweise aus besonders gefährdeten Städten evakuiert und auf dem Land untergebracht.
Andere Kinder mussten erleben, wie ihre Heimatstadt zerstört wurde.
Auch Schulen veränderten sich. Unterricht fiel wegen Bombenangriffen aus, Gebäude wurden beschädigt oder für andere Zwecke verwendet. Gleichzeitig versuchte das NS-Regime, Kinder und Jugendliche ideologisch zu beeinflussen und für seine Ziele zu gewinnen.
Der Krieg nahm Kindern damit einen Teil ihrer normalen Kindheit.
Der Alltag der Zivilbevölkerung
Während Millionen Männer an der Front waren, mussten Frauen, ältere Menschen und Jugendliche viele Aufgaben übernehmen.
Frauen arbeiteten in Fabriken, Behörden, Krankenhäusern und der Landwirtschaft. Lebensmittel wurden rationiert und viele Waren waren nur noch schwer erhältlich.
Je länger der Krieg dauerte, desto größer wurden die Engpässe.
Menschen standen nach Lebensmitteln an, mussten mit Ersatzprodukten auskommen und versuchten, ihre Familien trotz der schwierigen Lage zu versorgen.
Gleichzeitig wurde die Bevölkerung ständig durch Propaganda zum Durchhalten aufgefordert.
Das Regime sprach von Siegen oder „Wunderwaffen“, selbst als die militärische Lage längst immer schlechter wurde.
Die Realität sah jedoch anders aus: Verwundete Soldaten kehrten zurück, Städte lagen in Trümmern und immer mehr Familien erhielten Todesnachrichten.
Flucht und Vertreibung
Ab Ende 1944 erreichte der Krieg auch die deutschen Ostgebiete unmittelbar.
Als die Rote Armee nach Westen vorrückte, flohen Millionen Menschen vor den Kämpfen. Viele machten sich im Winter mit Handwagen, Pferdewagen oder überfüllten Zügen auf den Weg.
Die Flucht war häufig lebensgefährlich.
Menschen mussten bei großer Kälte unterwegs sein. Es fehlten Nahrung, Unterkunft und medizinische Versorgung. Familien wurden getrennt und manche Menschen starben während der Flucht.
Hinzu kamen Vertreibungen und Zwangsaussiedlungen.
Insgesamt waren bis zu zwölf Millionen Deutsche von Flucht, Evakuierung, Deportation oder Vertreibung aus den ost- und mitteleuropäischen Gebieten betroffen.
Dabei muss die Geschichte in ihrem Zusammenhang betrachtet werden: Die Flucht und Vertreibung der Deutschen war eine Folge des von Deutschland begonnenen Krieges und der nationalsozialistischen Besatzungs- und Vernichtungspolitik. Das Leid der deutschen Zivilbevölkerung war dennoch real und prägte Millionen Familien für Jahrzehnte.
Widerstand gegen Hitler
Nicht alle Menschen akzeptierten die nationalsozialistische Herrschaft.
Widerstand konnte sehr unterschiedliche Formen annehmen. Manche Menschen halfen Verfolgten, andere verbreiteten Flugblätter oder hörten verbotene ausländische Sender. Wieder andere planten Attentate oder einen politischen Umsturz.
Es gab deshalb keine einzige deutsche Widerstandsbewegung, sondern viele unterschiedliche Gruppen und Einzelpersonen.
Vier Namen sind besonders bekannt.
Georg Elser – der Mann mit der Bombe
Georg Elser war ein Schreiner aus Württemberg. Er erkannte früh, dass Hitler Deutschland in einen Krieg führte.
Elser entschloss sich deshalb zu einem Attentat.
Am 8. November 1939 explodierte im Münchner Bürgerbräukeller eine von ihm vorbereitete Bombe. Hitler hatte dort kurz zuvor eine Rede zum Jahrestag des Hitlerputsches von 1923 gehalten.
Elser wollte Hitler und möglichst die Führung der NSDAP töten.
Der Anschlag scheiterte jedoch an einem Zufall: Hitler verließ den Saal früher als geplant.
Die Explosion tötete acht Menschen und verletzte 63 weitere. Elser wurde kurz darauf gefasst. Er blieb jahrelang in Haft und wurde am 9. April 1945, wenige Wochen vor Kriegsende, im Konzentrationslager Dachau ermordet.
Sein Attentat gehört zu den frühesten und konsequentesten Versuchen eines Einzelnen, Hitler gezielt zu töten.
Sophie Scholl und die Weiße Rose
Ein anderer Widerstand entstand unter jungen Menschen.
In München bildete sich 1942 die Gruppe Weiße Rose. Zu ihren bekanntesten Mitgliedern gehörten Hans und Sophie Scholl, Willi Graf, Christoph Probst und Alexander Schmorell. Auch Professor Kurt Huber unterstützte die Gruppe.
Die Mitglieder verfassten und verbreiteten Flugblätter gegen Hitler und den Krieg.
Sie forderten andere Deutsche auf, nicht einfach zu schweigen und die nationalsozialistische Diktatur nicht länger hinzunehmen.
Besonders nach der Niederlage von Stalingrad wurde ihre Kritik deutlicher.
Am 18. Februar 1943 wurden Hans und Sophie Scholl beim Verteilen von Flugblättern in der Münchner Universität entdeckt und verhaftet.
Nur vier Tage später wurden sie gemeinsam mit Christoph Probst zum Tode verurteilt und noch am selben Tag hingerichtet. Weitere Mitglieder der Gruppe wurden ebenfalls verfolgt und teilweise ermordet.
Sophie Scholl wurde später zu einem der bekanntesten Symbole des deutschen Widerstands.
Dietrich Bonhoeffer – Widerstand aus christlicher Überzeugung
Auch der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer stellte sich gegen die nationalsozialistische Diktatur.
Bonhoeffer gehörte zur Bekennenden Kirche und wandte sich gegen den Versuch des Regimes, die evangelische Kirche politisch zu kontrollieren.
Später war er in Widerstandskreise eingebunden, die über das Ausland Kontakte zu Gegnern Hitlers unterhielten. 1943 wurde Bonhoeffer verhaftet.
Er verbrachte zunächst zwei Jahre im Gefängnis. Kurz vor Kriegsende wurde er in das Konzentrationslager Flossenbürg gebracht.
Am 9. April 1945, nur wenige Wochen vor dem Ende des Krieges, wurde er auf Befehl des NS-Regimes ermordet.
Bonhoeffer wurde zu einer wichtigen Gestalt des christlichen Widerstands gegen den Nationalsozialismus.
Der 20. Juli 1944
Der bekannteste Versuch eines militärischen Umsturzes fand am 20. Juli 1944 statt.
Der Offizier Claus Schenk Graf von Stauffenberg brachte eine Bombe in Hitlers Hauptquartier, der sogenannten Wolfsschanze, in Ostpreußen. Die Bombe explodierte gegen 12:40 Uhr.
Hitler überlebte jedoch.
Die Verschwörer hatten gleichzeitig einen Plan vorbereitet, mit dem sie nach Hitlers Tod die Kontrolle über wichtige staatliche und militärische Stellen übernehmen wollten. Dieser Plan trug den Namen „Walküre“.
Der Umsturzversuch scheiterte noch am selben Tag.
Stauffenberg, Friedrich Olbricht, Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim und Werner von Haeften wurden noch in der Nacht im Hof des Bendlerblocks in Berlin erschossen. Viele weitere Beteiligte wurden in den folgenden Tagen und Wochen verhaftet und hingerichtet.
Der Widerstand des 20. Juli war allerdings nicht ausschließlich demokratisch geprägt. Die Beteiligten hatten unterschiedliche politische Vorstellungen für die Zeit nach Hitler. Einige waren lange Zeit selbst Anhänger oder Mitläufer des Regimes gewesen und hatten ihre Haltung erst später grundlegend verändert. Gerade deshalb muss ihre Geschichte differenziert betrachtet werden.
Die letzten Monate des Krieges
1944 war die militärische Lage Deutschlands kaum noch zu retten.
Im Westen waren die Alliierten nach der Landung in der Normandie vorgerückt. Im Osten bewegte sich die Rote Armee immer weiter auf Deutschland zu.
Im Winter 1944/45 versuchte die deutsche Führung mit der Ardennenoffensive noch einmal, die westlichen Alliierten zurückzuwerfen. Der Versuch scheiterte.
1945 erreichten die Kämpfe deutsches Gebiet.
Die deutsche Führung wollte den Krieg trotzdem nicht beenden. Noch in den letzten Wochen wurden junge Männer und ältere Menschen zum Volkssturm eingezogen. Städte wurden zu Festungen erklärt und Menschen zum Weiterkämpfen gezwungen.
Viele wussten längst, dass der Krieg verloren war.
Die letzten Tage in Berlin
Im April 1945 erreichte die Rote Armee Berlin.
Die Stadt wurde zum Schauplatz schwerer Kämpfe. Häuser wurden zerstört, Straßen lagen unter Beschuss und viele Menschen suchten Schutz in Kellern.
Hitler hielt sich inzwischen im Führerbunker unter der Reichskanzlei auf.
Am 30. April 1945 beging er dort Suizid.
Doch auch nach seinem Tod gingen die Kämpfe noch weiter.
Am 8. Mai 1945 trat die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht in Kraft. Damit endete der Zweite Weltkrieg in Europa.
Das Ende des NS-Regimes
Mit der militärischen Niederlage Deutschlands brach die nationalsozialistische Herrschaft zusammen.
Zurück blieb ein Land voller zerstörter Städte, zerstörter Verkehrswege und Millionen Menschen ohne ihre Angehörigen.
Viele deutsche Soldaten befanden sich in Gefangenschaft. Millionen Menschen waren geflohen oder vertrieben worden. Gleichzeitig befanden sich Millionen ausländische Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und Überlebende der nationalsozialistischen Lager in Deutschland.
Deutschland war nicht nur militärisch besiegt. Der nationalsozialistische Staat war zusammengebrochen.
Das Ausmaß der Verbrechen wurde nun immer sichtbarer.
Befreite Konzentrationslager zeigten den Alliierten und der Welt das Ergebnis jahrelanger Verfolgung, Zwangsarbeit, Hunger, Gewalt und Massenmord.
Was blieb?
Der Zweite Weltkrieg hinterließ eine zerstörte Welt.
Etwa 60 bis 70 Millionen Menschen waren weltweit ums Leben gekommen. Ganze Städte und Regionen lagen in Trümmern. Millionen Menschen hatten ihre Familien verloren oder ihre Heimat verlassen müssen.
Deutschland selbst war politisch, wirtschaftlich und moralisch zusammengebrochen.
Doch neben den Zerstörungen blieb auch eine andere Erinnerung zurück: die Erinnerung an Menschen, die trotz Angst und Lebensgefahr Widerstand geleistet hatten.
Georg Elser handelte allein.
Sophie und Hans Scholl widersetzten sich mit Worten.
Dietrich Bonhoeffer widersetzte sich aus seinem Glauben heraus.
Stauffenberg und seine Mitverschwörer versuchten, Hitler durch einen Staatsstreich zu beseitigen.
Ihre Wege waren völlig unterschiedlich. Gemeinsam zeigen sie jedoch, dass Widerstand auch unter einer Diktatur möglich war – wenn auch häufig zu einem furchtbaren Preis.
Krieg, Widerstand und Untergang – Sage und Wirklichkeit
Der Zweite Weltkrieg gehört nicht in die Welt der Sage. Er ist historisch dokumentiert und durch Millionen von Quellen belegt.
Trotzdem entstanden bereits während des Krieges Geschichten, Gerüchte und Propaganda. Das NS-Regime versuchte, Niederlagen zu verschweigen oder als Siege darzustellen. Gleichzeitig entstanden später Erinnerungen, Familiengeschichten und Erzählungen über Flucht, Bombennächte, Gefangenschaft und Neubeginn.
Gerade deshalb ist es wichtig, zwischen Erinnerung und historischer Tatsache zu unterscheiden.
Die Wirklichkeit des Krieges war grausamer als jede erfundene Geschichte: zerstörte Städte, gefallene Soldaten, hungernde Kinder, geflüchtete Familien, Millionen ermordete Menschen und ein Land, das am Ende in Trümmern lag.
Der Krieg begann mit der aggressiven Politik des nationalsozialistischen Deutschlands und endete mit dessen vollständiger militärischer Niederlage.
Am Ende blieb von den großen Versprechen des Regimes nichts als Zerstörung.
Doch zwischen Ruinen und Verlusten blieb auch die Erinnerung an diejenigen, die Nein sagten.
Sie konnten den Krieg nicht verhindern. Aber sie bewiesen, dass selbst in einer Diktatur der Mensch die Möglichkeit behält, sich zu entscheiden.